Testament Regelung Erbe und Vermächtnis

Mit dem Testament wird durch den Erblasser die Vermögensnachfolge für die Zeit nach dem Tod geregelt.

Der Erbe

Die wichtigste Regelung ist dabei, den Erben zu bestimmen, also den Rechtsnachfolger in den gesamten Nachlass. Der Erbe ist ab dem Zeitpunkt des Todes des Erblassers (Erbfall) verantwortlich für den Bestand des Nachlasses und die mit ihm verbundene Verwaltung. Er übernimmt die Position des Erblassers sowohl bezüglich der Eigentumsrechte als auch der mit dem Nachlass verbundenen Verpflichtungen (z.Bsp. bestehende Kreditverträge).

Das Vermächtnis

Neben der Bestimmung des Erben kann der Erblasser auch einzelne Gegenstände aus dem Nachlass bestimmten Personen zukommen lassen. Dies ist juristisch ausgedrückt das Vermächtnis. Der Vermächtnisnehmer ist also nicht Gesamtrechtsnachfolger, sondern Anspruchsinhaber auf einen oder mehrere Gegenstände aus dem Nachlass. Der Erbe hat dafür Sorge zu tragen, dass das Vermächtnis erfüllt wird.

Auflagen

Der Erblasser kann sowohl dem Erben als auch dem Vermächtnisnehmer Auflagen machen. Es handelt sich um Anweisungen bestimmte Handlungen vorzunehmen, beispielsweise Ausgleichszahlungen für einen Dritten zu leisten, zum Nachlass einen bestimmten Gegenstand zu erwerben und Ähnliches. In der Regel hängt die Erbfolge oder der Empfang des Vermächtnisses von der Erfüllung dieser Auflagen ab.

Teilungsanordnung

Wenn mehrere Personen Erben werden, müssen diese sich untereinander über die Verteilung des Nachlasses einigen um nicht weiter in einer Erbengemeinschaft zu sein ( Auseinandersetzung), die in der Regel gemeinsames handeln mit Einstimmigkeit voraussetzt. Da der Erblasser die Erben und die persönlichen Empfindlichkeiten am besten kennt, kann er diese Auseinandersetzung regeln. Er bestimmt dann welcher der Erben welchen Gegenstand haben soll. Da auch der Erbe Vermächtnisnehmer sein kann ist bisweilen die Abgrenzung zum Vermächtnis schwierig. Daher sollte der Erblasser klar sagen, was er regeln möchte. Die Teilungsanordnung ist allerdings geduldig, weil die Erben eine abweichende Regelung treffen können.

Testamentsvollstrecker

Wird vom Erblasser gewünscht, dass eine bestimmte Regelung eintreten soll, kann er einen oder mehrere Testamentsvollstrecker im Testament benennen. Es handelt sich um Personen, die in der Regel die Auseinandersetzung verwalten sollen. Daneben sind aber auch weitere Regelungen denkbar, etwa die Verwaltung des Nachlasses bis zur Volljährigkeit des Erben oder die Verwaltung eines Unternehmens. In der Bestimmung der Person des Testamentsvollstreckers ist der Erblasser frei. Der Testamentsvollstrecker ist allerdings nicht verpflichtet, das Amt anzunehmen.

Allgemeine Hinweise

Neben diesen Regelungen sind weitere Regelungselemente denkbar, etwa eine Bedingung mit der der Erwerb des Vermächtnisses verbunden ist etc. Die Grenze der Testierfreiheit ist in der Regel die Sittenwidrigkeit.
Wichtig ist die genaue Differenzierung zwischen Erbe und Vermächtnisnehmer. Zu berücksichtigen sind natürlich bei der Errichtung eines Testaments die wirtschaftlichen und steuerlichen Folgen. Hier sollte bei umfangreichen Nachlässen oder bei komplizierten Familienverhältnissen Rechtsrat eingeholt werden.

Sowohl bei der Hilfe zur Errichtung eines Testaments als auch bei der Interpretation eines bestehenden Testaments steht Ihnen zur Beratung und Vertretung Rechtsanwalt Dr. Arnd Löffelmann, Fachanwalt für Erbrecht und Steuerrecht zur Verfügung.


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