Testament Inhalt und Form

Testament als Regelungselement der Vermögensnachfolge

Die gesetzliche Erbfolge führt oftmals zu unerwünschten und dem Laien unbekannten Ergebnissen. Unbekannt ist zum Beispiel oft die Tatsache, dass der Ehepartner nicht alleine erbt. Existieren Kinder erben diese nach dem Gesetz mit. Ist die Ehe kinderlos, erben die Eltern oder Schwager/Schwägerin mit. Um dies zu vermeiden muß der Erblasser letztwillig verfügen. Dies geschieht in der Regel in einem Testament. Dabei ist folgendes zu beachten:

Das Einzel-Testament

die klassische Form der letztwilligen Verfügung ist das Einzeltestament, also die Urkunde, die der Erblasser aufsetzt um die Nachfolgeregelung für den Todesfall festzulegen. Diese Urkunde kann in zweierlei Form errichtet werden:

Eigenhändiges Testament

Das eigenhändige Testament ist eine Urkunde, in der der Erblasser seine Verfügungen handschriftlich niedergelegt. Außer der Tatsache, dass die Verfügung schriftlich erfolgt sein muss und dass sie ihrem gesamten Inhalt nach vom Erblasser eigenhändig aufgesetzt worden sein muss und die Unterschrift des Erblassers trägt ist keine weitere Form für die Rechtswirksamkeit der Verfügungen erforderlich. Die vorgenannte Form ist allerdings zwingend. Es genügt insbesondere nicht, dass ein maschinenschriftlich aufgesetzt das Schreiben durch den Erblasser unterschrieben wird. Diesen Fehler begehen oft Personen, die sich von einem Rechtsanwalt oder Notar ein Testament entwerfen lassen. Die darin als Erben bedachten Personen erleben bei dem Versuch, dieses Testament durch das Gericht eröffnen zu lassen die unangenehme Überraschung, dass das entsprechende Schreiben überhaupt nicht angenommen wird. Auf die Beachtung der oben genannten Form ist daher größter Wert zu legen.
Die im Gesetz vorhandenen Formvorschriften verlangen keine Aufnahme des Ortes oder des Datums. Gleichwohl sind beide Informationen in einem solchen Testament wertvoll. Soweit nämlich ein weiteres Testament erstellt wird, und das erste durch den Erblasser nicht vernichtet worden ist, kann die Datierung des jüngsten Testamentes schwierig werden. Nur der zuletzt geäußerte Wille ist für die Erbfolge bindend. Deshalb ist es wertvoll, wenn von vornherein durch die Datierung festgestellt werden kann, welches das jüngste Testament ist.

Notarielles Testament

Wie bereits dargelegt ist die notarielle Form für ein Testament nicht zwingend. Sie kann allerdings dann geboten sein, wenn der Erblasser nicht mehr in der Lage ist, eigenhändig ein Testament zu Schreiben, etwa wenn er Parkinson-Patient ist.
Daneben hat die notarielle Form des Testamentes den Vorteil, dass zum einen in der Person des Notars ein Rechtskundiger die Errichtung der letztwilligen Verfügung begleitet. Zum anderen ist das notarielle Testament im Erbfall einfacher zu handhaben. Soweit ein eigenhändiges Testament errichtet ist, genügt im Erbfall nicht allein die Eröffnung des Testamentes durch das Nachlassgericht. Es muss vielmehr auch ein Erbschein beantragt werden, zumindest wenn Grundbesitz vorhanden ist oder wenn es um die Übernahme von Bankkonten geht. Diese Formalie wird erspart, wenn ein öffentlich errichtetes notarielles Testament vorliegt. Sowohl das Grundbuchamt als auch die Banken erkennen ein solches Testament an, wenn es durch das Nachlassgericht eröffnet wurde.
Beim notariellen Testament wird der komplette Inhalt mit den letztwilligen Verfügungen durch den Notar in einer maschinenschriftlichen Urkunde vorbereitet, im Beurkundungstermin verlesen und dann durch den Notar und den Erblasser eigenhändig unterschrieben. Allein in diesem Fall genügt wegen der öffentlichen Beglaubigung durch den Notar diese Art der Testamentserrichtung in Maschinen schriftlicher Form.

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